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Woher kommt der 1. Mai?

Am 1. Mai 1886 beginnt in den USA ein mehrtägiger Generalstreik für die Einführung des Achtstundentages. An ihm nehmen etwa 350.000 Arbeiter in den großen Industriezentren des Landes teil.
Vom 14. Bis 20. Juli 1889 findet - mit tatkräftiger Hilfe von Friedrich Engels - ein internationaler Arbeiterkongreß in Paris statt. Hier beraten fast 500 Delegierte von sozialistischen Parteien, Gruppen und Arbeiterorganisationen aus allen europäischen Ländern, Argentinien, Rußland und den USA. Sie einigen sich darauf, ab 1890 jeden 1. Mai als internationalen Kampftag der Arbeiterklasse für den Achtstundentag durchzuführen. Und das in einer Situation, in der die Arbeiter in Deutschland täglich 11 Stunden an sechs Tagen (von Montag bis einschließlich Samstag) schuften müssen.

Für den Sechsstundentag und die Arbeitereinheit!

Heute heißt es dagegen am 1. Mai unbedingt für die gesetzliche Einführung des Sechsstundentages streiten (macht bei einer Fünftagewoche die 30 Stundenwoche mit vollem Lohn- und Personalausgleich). Denn nur mit einer massiven Arbeitszeitverkürzung kann der Tendenz der kapitalistischen Wirtschaft (ein Heer von Arbeitslosen zu schaffen, die industrielle Reservearmee) entgegengewirkt werden, die schon Karl Marx in seinem Werk “Das Kapital” beschrieben hat: Auf der einen Seite werden immer weniger Arbeiterinnen und Arbeiter für die Produktion gebraucht. Es gibt Rationalisierung, Entlassungen und die Arbeitslosigkeit steigt weiter an (so haben wir heute weit über 8 Millionen Arbeitslose in Deutschland). Während die noch im Betrieb verbleibenden Arbeiterinnen und Arbeiter immer länger arbeiten sollen (Rente mit 67, Wiedereinführung der 40-Stundenwoche etc.). Karl Marx beschreibt das so: “Die Überarbeit des beschäftigten Teils der Arbeiterklasse schwellt die Reihen ihrer Reserve, während umgekehrt der vermehrte Druck, den die letztere durch ihre Konkurrenz auf die erstere ausübt, die sie zur Überarbeit und Unterwerfung unter die Diktate des Kapitals zwingt. Die Verdammung eines Teils der Arbeiterklasse zu erzwungenem Müßiggang durch Überarbeit des anderen Teils und umgekehrt, wird Bereicherungsmittel des einzelnen Kapitalisten und beschleunigt zugleich die Produktion der industriellen Reservearmee auf einem dem Fortschritt der gesellschaftlichen Akkumulation entsprechenden Maßstab.1
Deswegen brauchen wir das enge Kampfbündnis der gesamten Arbeiterklasse, egal ob wir als Arbeiter (noch) im Betrieb malochen oder (schon) als Arbeitslose registriert sind, besonders am 1. Mai. Eine weitere politische Forderung, die der Arbeiterklasse in ihrer Gesamtheit zugute kommt, sind die Forderungen nach einem gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 10 Euro pro Stunde und nach 500 Euro Arbeitslosengeld II plus Übernahme der Mietkosten.

Nieder mit dem kapitalistischen Lohnsystem!

Doch auch wenn diese ökonomischen Forderungen der Arbeiterinnen und Arbeiter, erkämpft werden können, so ist die Arbeiterklasse jedoch immer noch Opfer des kapitalistischen (Lohn-)Systems. Denn “(w)enn der Arbeitslohn fällt, so steigt der Profit; und wenn der Arbeitslohn steigt, so fällt der Profit2 So drückt Karl Marx in seiner Schrift “Lohn, Preis und Profit” den unversöhnlichen Interessengegensatz von Kapitalist und Arbeiter aus.
Bereits vor 21 Jahren stellt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in einer Studie fest, daß in bestimmten Industriebereichen die Arbeiter in der Stunde ganze vier Minuten für ihren Lohn arbeiten müssen (einschließlich den sog. “Lohnnebenkosten”, Sozialleistungen usw.) Den Rest malochen sie für das Kapital. Ganze drei Jahre ihres Arbeitslebens schaffen die Arbeiter für sich, die restlichen Jahrzehnte (wenn möglich ca. 44 Jahre) gehören sie ihrem Ausbeuter. Die Gesellschaft wird zwar immer reicher, andererseits verarmen immer mehr Menschen.

Der Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeiter kann nur ein Ende gesetzt werden, wenn sie die Kapitalisten fortjagen und deren Staat zerschlagen, um ihren Staat - die Diktatur des Proletariats - zu errichten, um den Sozialismus aufbauen zu können. Daß dies möglich ist und die Arbeiterklasse erfolgreich sein kann, hat die internationale Arbeiterklasse gezeigt mit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution unter Führung der Bolschewiki vor 90 Jahren in Rußland, dem sozialistischen Aufbau in der Sowjetunion unter W.I. Lenin und J.W. Stalin sowie in verschiedenen anderen sozialistischen Ländern der Welt.

Am 1. Mai müssen wir diese historischen Erfolge der Arbeiterklasse propagieren und für einen neuen Anlauf zum Sozialismus in der Arbeiterklasse und besonders in den DGB-Gewerkschaften werben. Denn: “Gewerkschaften tun gute Dienste als Sammelpunkte des Widerstands gegen die Gewalttaten des Kapitals. Sie verfehlen ihren Zweck zum Teil, sobald sie von ihrer Macht einen unsachgemäßen Gebrauch machen. Sie verfehlen ihren Zweck gänzlich, sobald sie sich darauf beschränken, einen Kleinkrieg gegen die Wirkungen des bestehenden Systems zu führen, statt gleichzeitig zu versuchen, es zu ändern, statt ihre organisierten Kräfte zu gebrauchen als einen Hebel zur schließlichen Befreiung der Arbeiterklasse, d.h. zur endgültigen Abschaffung des Lohnsystems3

Zur Geschichte des 1. Mai4

Seit über 100 Jahren ist der 1. Mai der internationale Kampftag der Arbeiterklasse. Die herrschende Klasse versuchte unzählige Male diesen Tag der Arbeiterklasse zu rauben oder ihm den revolutionären Inhalt zu nehmen. Seitens der staatstreuen Gewerkschaftsführungen wird immer wieder versucht, diesen Kampftag zu einem seichten Feiertag verkommen zu lassen, an welchem sie mit Bratwurst und Kapelle ihre reformistischen Forderungen verkünden.

Laßt uns aus der Geschichte und den Erfahrungen der revolutionären Arbeiterbewegung lernen. Es liegt an uns, den 1. Mai wieder zu einem Tag zu machen, an welchem der Kampfwille der Arbeiterklasse deutlich wird, an welchem wir gemeinsam und entschlossen für unsere Forderungen und Ziele auf die Straße gehen.

Die Anfänge

1. Mai 1886, mehrtägiger Generalstreik für die Einführung des Achtstundentages in den USA. Es kommt zu blutigen Zwischenfällen zwischen den Streikenden und der Polizei.

Am 4. Mai findet auf dem Haymarket in Chicago eine Protestveranstaltung statt. Als die Polizei anrückt, zünden Provokateure ein Bombe. Die Schüsse der Polizei und die Explosion fordern 11 Todesopfer. 8 Arbeiter werden des Mordes angeklagt. 4 von ihnen ein Jahr später hingerichtet. Diese Vorgänge sind der Anlaß für den Beschluß des internationalen Arbeiterkongresses von Paris, jährlich am 1. Mai den internationalen Kampftag für den Achtstundentag durchzuführen.

Die Reaktion in Deutschland rüstet sich für den ersten 1. Mai

Der deutsche Staat, Militär und Justiz sorgen vor. Das Innenministerium erließ für Unternehmer und Streikbrecher polizeilichen Schutz und bereitete die Militärbehörden vor. Bismarck erklärte, daß es feige sei, dem Druck einer Demonstration nachzugeben: “Zuweilen besteht das echte Wohlwollen darin, Blut zu vergießen: Das Blut einer aufrührerischen Minorität, und zwar zur Verteidigung der ruheliebenden und dem Gesetz gehorchenden Majorität.” Auch die Kapitalisten rüsten sich!

So lud man in Hamburg im April 1890 noch schnell zur Gründung eines Arbeitgeberverbandes ein. Innerhalb weniger Tage sammelten die Verbandsmitglieder für ihren “Kampffonds” 2 Millionen Mark! Weiter wurde mit Aussperrung, Entlassungen und Lohnkürzungen gedroht.

Der erste proletarische Kampfmai 1. Mai 1890

Die “erste internationale Tat der kämpfenden Arbeiterklasse” (Friedrich Engels). Höhepunkte waren Massendemonstrationen in Wien, Barcelona und in London mit 300.000 Teilnehmern. In Deutschland legten 200.000 Arbeiterinnen und Arbeiter die Arbeit nieder. Trotz der massiven Repressionen folgten weltweit große Teile der Arbeiterschaft dem Aufruf ihrer Organisationen. An vielen Orten zogen die Arbeiter schon morgens zu Tausenden ins Freie. Es war bei Strafe verboten rote Fahnen bei sich zu tragen und die Polizei stürzte sich auf alles, was rot war, egal ob Regenschirm oder Taschentuch.

Am 2. Mai setzten die Fabrikanten ihre Drohungen in die Tat um und antworteten mit Aussperrung und Entlassungen. Sie verteilten “schwarze Listen” mit Namen aller “Agitatoren” und “Gemaßregelten”. Die Ausgesperrten hatten nahezu keine Chance in einem anderen Betrieb unterzukommen, viele mußten ihre Städte verlassen. Die Massenaussperrungen forderten von SPD und Gewerkschaften derartige Opfer, daß sogar das starke sozialdemokratische Bollwerk Hamburg für längere Zeit kampfunfähig wurde.

1892

Der Aufstand von Lodz. Unter dem Eindruck der Maifeiern entwickelt sich in Polen ein Streik von 60.000 Arbeitern gegen die Ausbeutung und nationale Unterdrückung. Zaristisches Militär schlägt die Aktionen blutig nieder, 6 Menschen werden getötet, 300 verletzt und 350 verhaftet.

1909

Brutaler Polizeiüberfall auf die Maidemonstration in Argentinien. Dieser Anlaß führt zu einem Generalstreik der argentinischen Arbeiterinnen und Arbeiter. Alleine in Buenos Aires streiken mehr als 200.000. Während der Trauerfeiern für die am 1. Mai ermordeten Arbeiter kommt es zu weiteren Polizeiangriffen und Toten. Die Arbeiter lassen sich nicht einschüchtern und erkämpfen schließlich wichtige Forderungen (Freilassung aller Verhafteten, Wiedereröffnung der geschlossenen Versammlungshäuser der Arbeiter etc.)

April-Mai 1912

Blutbad am Fluß Lena in Sibirien. Zaristische Polizei eröffnet das Feuer auf streikende Arbeiter. Der Streik gegen schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen begann im April auf den Lenagoldfeldern, welche sich in den Händen britischer und russischer Kapitalisten befanden. 270 Menschen werden getötet und 250 verwundet. Die Empörung über das Blutbad führt zu einem neuen Aufschwung der revolutionären Bewegung in Rußland. Es kommt zu Proteststreiks in Petersburg, Moskau und anderen Städten, an denen sich über 500.000 Arbeiter beteiligen.

1. Mai 1916

In Berlin Kampftag gegen den Krieg und die imperialistische Regierung. Eingekreist von Polizei fordert Karl Liebknecht das Ende des Krieges und den Sturz der Regierung. Nach seiner Verhaftung dauert die Demonstration noch Stunden.

Mai 1918

In Frankreich große Streikwelle in den Industriezentren und Rüstungsindustrie. Zunehmend werden politische Forderungen, vor allem die Beendigung des imperialistischen Weltkrieges und die Unterstützung der sowjetischen Friedensvorschläge laut.

1. Mai 1918

Erste Maifeier in der sozialistischen Sowjetunion - trotz Bürgerkrieg und Intervention - die Rote Republik kämpft und wird siegreich sein!

1. Mai 1919

In Deutschland steht der grausame Schlag der Konterrevolution bevor. Die Opportunisten der SPD und der Gewerkschaften sorgen für das Abwiegeln der revolutionären Stimmung unter den Arbeitern. Am Vorabend des 1. Mai umzingeln weißgardistische Truppen die Stadt München. Am nächsten Tag werden Hunderte von Arbeitern und revolutionäre Soldaten bestialisch ermordet. Am 3. Mai wird die Räterepublik Bayern niedergeschlagen, grausamer Sieg der Konterrevolution mit Hilfe der opportunistischen Politik der deutschen Sozialdemokratie und Ende der deutschen Novemberrevolution. Der Achtstundentag und das allgemeine Wahlrecht waren die Errungenschaften der Revolution. Der 1. Mai 1919 wurde zwar zu einem Tag des Triumphes der Konterrevolution, jedoch auch zugleich zum Fanal des Kampfes der revolutionären Arbeiter.

1. Mai 1921

Palästina: Aufstand gegen die britische Kolonialpolitik, Kolonialtruppen schlagen den Aufstand blutig nieder.

1. Mai 1922

Weltweite Einheitsfrontkundgebungen, welche sich gegen die Kapitaloffensive richten und die Verteidigung Sowjetrußlands sowie die Einberufung eines Arbeiterweltkongresses fordern. In vielen Ländern sabotieren Reformisten und Opportunisten die Demonstrationen.

1. Mai 1925

In China findet der 2. Allchinesische Gewerkschaftstag statt. Seit der Gründung des 1, nationalen Arbeiterkongresses 1922 wächst die Zahl der Maidemonstranten und Gewerkschaftsmitglieder. In Shanghai bestreiken Textilarbeiterinnen die japanischen Fabriken. Mitte Mai 1925 kommt es zu brutalen Überfällen auf die Streikenden. Britische Polizisten schießen Ende Mai 1925 auf eine von der KP Chinas organisierte antiimperialistische Massendemonstration, zahlreiche Arbeiter werden ermordet. Die Ereignisse dieses Tages führen zum revolutionären Aufschwung und zur Stärkung der Revolutionsarmee.

1. Mai 1926

Englischer Bergarbeiterstreik, der bis Ende November 1926 dauert, größte Aktion des Proletariats in Europa in den Jahren der relativen Stabilisierung des Kapitalismus. Es kommt zu einem Generalstreik in Großbritanien mit etwa vier Millionen teilnehmenden Arbeitern, welcher sich gegen Lohnkürzungen und Erhöhung der Arbeitszeit im Bergbau richtet. Aktionsräte, Streikkomitees und Arbeiterselbstschutz-Einheiten gewinnen an Macht, die opportunistischen Gewerkschaftsführer weichen erschreckt zurück.

1. Mai 1929

Blutmai in Berlin, trotz Verbot folgen etwa 200.00 Arbeiter dem Aufruf der KPD. Auf Befehl des sozialdemokratischen Polizeipräsidenten Zörgiebels überfällt die Polizei die Demonstration. Dieser Polizeiterror fordert 33 Tote, hunderte Verletzte, über 1.200 Menschen werden verhaftet. Über Berlin wird der Belagerungszustand verhängt. Am 2. Mai wird das Organ der KPD “Die Rote Fahne” verboten, einen Tag später folgt das deutschlandweite Verbot des Roten Frontkämpferbundes. Es kommt zu erbitterten Abwehrreaktionen, die teilweise zu Barrikadenkämpfen führen. Auch in Frankreich, Großbritanien, den Niederlanden, der Tschechoslowakei, der UdSSR und anderen Ländern kommt es zu Protest- und Solidaritätsaktionen.

1. Mai 1933

Gewerkschaftsbonzen verraten die Arbeiterklasse. Theodor Leipart, Vorsitzender der SPD-treuen ADGB-Gewerkschaft erklären die Bereitschaft der Gewerkschaften mit den Hitlerfaschisten zusammenzuarbeiten “gleichviel, welcher Art das Staatsregime sei”. Gemeinsam mit den Nazis halten sie ihre Maidemonstrationen unter Hakenkreuzflaggen ab.

Revolutionäre Arbeiter halten parallel illegale Versammlungen ab und finden sich kurzzeitig zu Demonstrationszügen zusammen, bis diese mit Gewalt aufgelöst werden. Am 2. Mai werden Gewerkschaftshäuser und Büros des ADGB von SA besetzt, die Vorsitzenden verhaftet und das gesamte Gewerkschaftsvermögen beschlagnahmt. Während der Nazidiktatur kommt es zu illegalen und heimlichen Maiveranstaltungen bzw. Gedenken auch in den Konzentrationslagern.

1. Mai 1937

Der Tag der ersten Maifeier während der spanischen Revolution wird überschattet vom konterrevolutionären Putsch in Barcelona. Trotzkisten und Anarchisten versuchen die spanische Volksfront zu sprengen, der Putsch kann jedoch niedergeschlagen werden. Zwei Jahre später wird die spanische Republik mit massiver Unterstützung von faschistischen deutschen und italienischen Interventionstruppen zerschlagen und die Franco-Diktatur errichtet.

1. Mai 1943

Streiks in den Niederlanden gegen die Mobilisierung zur Zwangsarbeit in Hitlerdeutschland. Fast eine Million Arbeiter legen die Arbeit nieder. Faschistische deutsche Okkupationstruppen schlagen die Streiks durch Massenverhaftungen und Verhängung des Ausnahmezustandes nieder. 140 Streikende werden dabei ermordet.

1. Mai 1945

Der 1. Mai 1945 stand im Zeichen des unmittelbar bevorstehenden Sieges über den Faschismus. In Berlin hissen sowjetische Soldaten auf dem Reichstag die rote Fahne.
Zum ersten Mal seit 12 Jahren wehte wieder das Banner der Arbeiterklasse über Berlin. Für die Frauen im Konzentrationslager Ravensbrück brachte der 1. Mai mit den Soldaten der Roten Armee die lang ersehnte Befreiung von der barbarischen Knechtschaft der Hitlerschergen. In den von westalliierten Truppen besetzten Teile Deutschlands ließ die Militärregierung alle Versammlungen und Aktionen zum 1. Mai verbieten.

1. Mai 1949

Gründung eines Gewerkschaftsbundes in Kenia. Britische Kolonialbehörden unterdrücken die Arbeit des Kongresses und verhaften die Leitenden. Es kommt zu einem politischen Generalstreik von Arbeitern Nairobis, welcher brutal niedergeschlagen wird und als Vorwand für massenhafte Angriffe auf die Gewerkschaftsbewegung dient.

1. Mai 1950

In Westberlin fahren britische und US-amerikanische Panzer auf, antikommunistische Hetze am Brandenburger Tor. In Südafrika kommt es zu starkem Militäreinsatz, welchem zahlreiche Freiheitskämpfer zum Opfer fallen.

Mai 1958

Machtvolle Demonstrationen in Argentinien, Bolivien, Peru, Kolumbien, Uruguay und Venezuela gegen den US-Imperialismus zwingen den US-Vizepräsidenten Nixon zum Abbruch seiner Lateinamerikareise.

Mai 1963

Metallarbeiterstreik in der BRD für Lohnerhöhungen. Die Unternehmer reagieren mit Aussperrung von 400.000 Arbeitern.

Mai 1968

Uruguay, massive Polizeiübergriffe auf die Maidemonstration. Aus Protest dagegen wird am 3. Mai mit einem Generalstreik begonnen, bis Juni wird der Ausnahmezustand verhängt, trotzdem finden weitere Streiks statt.

Mai 1968

Frankreich, Studenten kämpfen für eine Hochschulreform und werden mit Polizeiterror drangsaliert, die Gewerkschaften organisieren daraufhin einen Generalstreik, an dem sich über zehn Millionen Arbeiter beteiligen. Neben Lohnerhöhungen und Garantie auf Arbeitsplätze werden demokratische Umgestaltungen auf politischem und sozialökonomischen Gebiet gefordert. Regierung und die Monopole werden zu Zugeständnissen gebracht.

1. Mai 1977

Türkei, kurz vor der Beendigung der Kundgebung auf dem Taksim-Platz in Istanbul wird von allen Seiten das Feuer auf die ca. 300.000 Menschen eröffnet, Panzer werden eingesetzt. Geheimdienst und Polizei verhaften zahlreiche Arbeiter, 38 werden ermordet.

1. Mai 1979

In Santiago/Chile kommt es zur größten Demonstration seit dem faschistischen Militärputsch von 1973. Militär und Polizei gehen gegen die über 10.000 Menschen vor, Hunderte werden verhaftet.
In Nikaragua und Guatemala fordert der Militärterror das Leben von vielen Maidemonstranten (zweieinhalb Monate später werden die Somozatruppen geschlagen, im Juli ziehen die Sandinistas siegreich in Managua ein).
Demonstrationsverbot in Istanbul. 16.000 Soldaten fahren mit 100 Panzern auf und riegeln die Stadt, insbesondere den Taksim-Platz, ab. Ein Ausgangsverbot wird verhängt und über 1.500 Menschen werden verhaftet. In Brasilien kommt es trotz Diktatur und Verbot der politischen Betätigung zu einer Versammlung von 100.000 Metallarbeitern, welche anschließend einen Streik ausrufen. Für die zahlreichen Genossinnen und Genossen, die in Militärknästen saßen, brachte dieser Tag die Hoffnung auf ein Ende der Diktatur.

1. Mai 1982

Portugal, Polizeiterror in Porto, etwa 100 Arbeiter werden verletzt, zwei erschossen.

1. Mai 1985

Mexiko, brutaler Polizeieinsatz gegen Demonstranten und unabhängige Gewerkschaften.

Mai 1987

Revolutionäre Maidemonstration in Berlin, Innensenator Kewenig läßt ein massives Polizeiaufgebot auffahren, brutale Übergriffe auf die Demonstranten, Kreuzberg wird abgeriegelt, die U-Bahnen fahren nicht mehr in dem Bezirk. Personenkontrollen rund um Kreuzberg, hinein kommt man nur mit einer dortigen polizeilichen Anmeldung.

Mai 1995

Bolivien, über das gesamte Land wird Ende April der Ausnahmezustand verhängt, zahlreiche Gewerkschaftsführer werden verhaftet. Damit wird versucht die Streik- und Protestwellen der letzten Wochen abzuwürgen. Ab sofort sind politische und gewerkschaftliche Versammlungen verboten.
In Brasilien bestreiken seit Anfang Mai 40.000 Arbeiter die staatliche Ölraffinerie Petrobas und sorgen für den Ausstand von 9 der 11 Raffinerien Brasiliens. Die Ölarbeiter kämpfen gegen die elenden Lebensbedingungen in Brasilien und gegen die geplante Privatisierung der Petrobaswerke. Drei Wochen später wird die Armee gegen die Streikenden eingesetzt. Die Raffinerien werden von Soldaten besetzt und Petrobas privatisiert.


Der 1. Mai ist immer auch ein Gradmesser der Stärke der internationalen revolutionären Arbeiterbewegung. Diese hier nur wenigen aufgeführten Beispiele der internationalen Maiereignisse sind blutige Zeugnisse des Terrors der herrschenden Klassen, sind Zeugnisse ihrer zahlreichen Versuche diesen Kampftag der Arbeiterinnen und Arbeiter zu verhindern, den revolutionären Kampf im Keim zu ersticken und bittere Zeugnisse der blutigen Schläge gegen das kämpfende Proletariat. Der 1. Mai ist aber in all diesen Jahren auch immer ein Tag gewesen, an dem weltweit Arbeiterinnen und Arbeiter mutig und kampfentschlossen unter dem roten Banner der Arbeiterklasse zusammen auf die Straße zogen und gegen ihre Unterdrückung kämpften. Trotz brutalster Repression blieben sie an vielen Orten der Welt standhaft und kämpften weiter, wichtige Forderungen konnten durchgesetzt werden. Viele Maidemonstrationen waren der Anfang eines engeren Zusammenschließen der Arbeiterinnen und Arbeiter und der Stärkung der Bewegung.

Der Kampfeswille, der an all diesen Tagen zum Ausdruck kam, gibt uns Kraft für unsere Kämpfe.




die www.secarts.org-Redaktion wünscht allen Freunden, Genossen, Lesern und Nutzern dieser Seite einen erfolgreichen und kämpferischen ersten Mai!




Anmerkungen:
1 MEW 23, S. 665-666
2 MEW 16, S. 140
3 Karl Marx, Lohn, Preis und Profit. In: MEW 16, S. 152
4 aus Trotz Alledem, Zeitung für den Aufbau der Bolschewistischen Partei Deutschlands, Nr. 1/Mai 1996



 
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