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Je n├Ąher der Tag der Solidarit├Ąt und des Kampfes der Arbeiterklasse r├╝ckt, desto mehr steigt die politische Spannung in der T├╝rkei. Anscheinend nimmt sich die AKP-Regierung vor, die Demonstrationen zum 1. Mai durch Verbote und durch die Anwendung von Gewalt zu verhindern. Durch den Einsatz von Wasser, Gas und Plastikmunitionen und vielen tausend Einsatzkr├Ąften der Polizei sollen Demonstranten abgeschreckt werden.

Besonders der Taksim-Platz ┬ľ der durch den Juni-Widerstand (Gezi-Proteste) von 2013 bekannt ist ┬ľ wurde von den Beh├Ârden ins Visier genommen. Es gibt aber einen anderen, sehr wichtigen Grund, weshalb der Taksim-Platz jedes Jahr zur Mai-Demonstration in Istanbul den Schwerpunkt aller Diskussionen zwischen den Gewerkschaften, linken Parteien und der Regierung ausmacht. Dieser Platz gewann vor Jahren einen symbolischen Charakter, da wichtige gro├če Demonstrationen seit den 60er Jahren immer wieder auf diesem Platz stattfanden. Insbesondere das Massaker vom 1. Mai 1977, an dem mehr als 300.000 Menschen teilnahmen und 34 Demonstranten ums Leben kamen, machte den Taksim-Platz f├╝r die Arbeiterschaft in der T├╝rkei unvergesslich.

Die Kommunistische Partei (T├╝rkei) ver├Âffentlichte bereits einen Aufruf, um den diesj├Ąhrigen 1. Mai zum ┬╗Tag der Abrechnung mit Fr├Âmmelei, Tyrannei und Korruption der politischen Macht in der T├╝rkei┬ź werden zu lassen. Dieser Aufruf ist gleichzeitig eine Reaktion auf manch einen ehemaligen Linken und die Liberalen, die behaupten, die Arbeiterklasse h├Ątte den revolution├Ąren Charakter verloren.

Im Aufruf der KP (T├╝rkei) vom 13. April hei├čt es: ┬╗Wir werden uns daf├╝r einsetzen, dass der 1. Mai zu dem Tag der Abrechnung der ArbeiterInnen mit Erdoğan wird.

Der 1. Mai, der gemeinsame Tag der Solidarit├Ąt und des Kampfes aller Arbeiter, sollte der Tag der Abrechnung mit Fr├Âmmelei, Tyrannei und Korruption der politischen Macht in der T├╝rkei werden, um vor allem den arbeiterfeindlichen Charakter dieser Regierung hervorzuheben.

Die Gier und die Verzweiflung der reaktion├Ąren Bourgeoisie ist es, die diese durch die AKP und Erdoğan verk├Ârperte Gesinnung an der Macht h├Ąlt. Mit dieser Gesinnung k├Ânnen weder die politischen Parteien der T├╝rkei ┬ľ die in den vorherrschenden Strukturen der Ausbeutung eigene Positionen zu verteidigen haben ┬ľ, die gem├Ą├čigten Fundamentalisten, die US-Regierung, noch die Imperialisten Europas abrechnen. Diese sind besch├Ąftigt mit der Aufrechterhaltung der vorherrschenden Ordnung, um die Arbeiter dieses Landes davor zu hindern, dass sie das Schicksal dieses Landes in die eigene Hand nehmen.

Das aktuelle Lamentieren ├╝ber Erdoğan oder die Versuche, ihn zu bez├Ąhmen, zeugen von reiner Hinterlist und Scheinheiligkeit. Nichts davon wird unser Land oder unser Volk auf dem Weg zur Befreiung voranbringen. Wir sind diejenigen, die sich ├╝ber Erdoğan beschweren: die Arbeiter, wohlwollende Intellektuelle, Sch├╝ler und Studierende, die mittelosen Bauern. Die Unternehmer, die einzig das Interesse am Profit verfolgen, und die internationalen Monopole, die so ziemlich alles bekommen, was sie wollen, haben einerseits kein Recht auf Beschwerde und w├Ąren andererseits in jedem Fall nur unehrlich.

Ihr Problem w├Ąre, dass Erdoğan durch sein st├Ąndig provozierendes Verhalten das Volk aus dem Tiefschlaf r├╝ttelt, und dass er in der Au├čenpolitik, vor allem in der Syrien-Sache, vollkommen ungeschickt handelt. Doch f├╝r uns ist nicht ausschlaggebend, wie dreist die kapitalistische Diktatur in unserem Land ihre Spielchen treibt. F├╝r uns ist ausschlaggebend, wie sie durch ihre Fr├Âmmelei die K├Âpfe der mittellosen Menschen vereinnahmen, Frauen und Kinder entw├╝rdigen, die Wissenschaft und Kunst degradieren. F├╝r uns ist ausschlaggebend, wie unser Land f├╝r die Umsetzung imperialistischer Pl├Ąne in einen Krieg gegen alle V├Âlker der Region getrieben wird, um als Sprungbrett f├╝r Verschw├Ârungen und Besatzungen ausgenutzt zu werden.

Wir sagen nur: Es gibt Arbeiter, es gibt eine Arbeiterschaft in der T├╝rkei.

Eine Abrechnung mit Erdoğan liegt in der Verantwortung der Arbeiterklasse unseres Volkes. F├╝r den 1. Mai sollte diese Verantwortung zur Antriebskraft werden. Die Kommunistische Partei in der T├╝rkei stellt sich dieser Aufgabe.
Der 1. Mai sollte vor allem die St├Ąrken einer organisierten Arbeiterschaft in der T├╝rkei hervorheben. Es sollte eine Form annehmen, in der immer mehr Arbeiter ihren Platz an der Seite der Arbeiterschaft einnehmen k├Ânnen, um insgesamt eine gr├Â├čere Teilnahme zu erreichen.┬ź

Die Kommunistische Partei wird auf diesen Grundsatz aufbauen und den 1. Mai 2016 als ┬╗Tag der Abrechnung der Arbeiter mit Erdoğan┬ź organisieren. Die Kommunistische Partei setzt sich zum Ziel, diesen 1. Mai von einfallslosen, sinnentleerten Kundgebungen zu verschonen; ihn zu einer Demonstration werden zu lassen, zu der gro├če Menschenmassen zusammentreffen, die ihre ├ängste ablegen und zur gemeinsamen Handlung zur├╝ckfinden; zum Meilenstein einer Zeit zu machen, in der die jetzige politische Herrschaft zur├╝ckgedr├Ąngt wird.

Es lebe der 1. Mai!
Nieder mit der Ausbeutung!
Nieder mit dem Fundamentalismus!
Nieder mit dem Imperialismus!



Kommunistische Partei der T├╝rkei