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    BERLIN/THESSALONIKI/NEW YORK/TEL AVIV (28.04.2015) - Der größte deutsche Staatskonzern (Deutsche Bahn) beschweigt das Erbe seines Logistikunternehmens DB Schenker und lässt die internationalen Geschäftspartner über Milliardenschulden aus Plünderungen von "Schenker" in der NS-Zeit im Unklaren. Dies geht aus einer Expertise hervor, die der Deutschen Bahn eine systematische Verschleierung ihrer von "Schenker" hinterlassenen finanziellen Verpflichtungen vorwirft. Demnach hat "Schenker" europaweit an "Entjudungen", Raub-, Mord- und Deportationsmaßnahmen teilgenommen, unter anderem in Griechenland und in Frankreich. Die daraus erzielten Einnahmen wanderten in die Kassen des deutschen Staates und wurden nie zurückgezahlt. Heute zählt DB Schenker zu den weltweit führenden Logistikern mit bedeutenden Niederlassungen in den USA oder in Israel. Zu den Einnahmen des DB Konzerns trägt DB Schenker mit rund 20 Milliarden Euro jährlich zu 50 Prozent bei. german-foreign-poliy.com veröffentlicht eine ausführliche Expertise über die nie entgoltenen und bis heute beschwiegenen "Schenker"-Verbrechen in einer vom "Zug der Erinnerung" erstellten deutschen Fassung ("The Schenker Papers"). Der "Zug der Erinnerung" fordert von der DB AG, die Einnahmen aus den Massendeportationen der Jüdischen Gemeinde von Thessaloniki nach Auschwitz unverzüglich zurückzuerstatten. An den Mordunternehmen der Shoa war die Führungsebene von "Schenker" maßgeblich beteilgt. Tätererben sind der DB-Konzern und der deutsche Staat.

    Heute gehört DB Schenker zu den ersten Adressen mit weltweit über 65.000 Mitarbeitern. Überall in Europa, im Mittleren Osten und auch in den USA ist DB Schenker führend, nachdem sein Vorläufer "Schenker" an der Ausblutung des Kontinents und am Kampf gegen die Anti-Hitler-Koalition auf aggressive Weise teilgenommen hatte.

    Berüchtigt

    DB Schenker wirbt heute in den USA mit einer "langen Tradition leidenschaftlicher Transportlösungen".1 Zu dieser Tradition gehören auch "Schenkers" Leidenschaften für politische Diversion und Auslandsspionage in den Vereinigten Staaten2. Die amerikanische und britische Öffentlichkeit sahen sich mehrfach zu Boykottmaßnahmen veranlasst. Vor allem aber die Plünderung gigantischer Mengen privaten und öffentlichen Eigentums in Europa machte "Schenker" berüchtigt. Der vollständige Umfang des von "Schenker" geraubten Besitzes in Frankreich, Griechenland oder Polen ist bis heute unbekannt. Dafür wurde "Schenker" niemals eine Rechnung präsentiert.

    Tricks

    Nicht nur Schenker USA leugnet diese Vergangenheit, indem es sie beschweigt.[3] Auch die deutsche DB-Gruppe, zu der Schenker gehört, verheimlicht die kriminelle Geschichte des Unternehmens und bedient sich eines Tricks. In einer offiziellen Darstellung4 lässt der DB-Konzern die "Schenker"-Vergangenheit 1932 enden, ignoriert das von Schenker angerichtete Leid in den Nazi-Jahren vollständig und führt die "Schenker"-Geschichte erst 1984 fort. Hunderttausende Raubopfer waren zu diesem Zeitpunkt längst verstorben, ihre Erben meist außerstande, die "Schenker"-Diebstähle in der NS-Zeit zurückzuverfolgen.

    Verbrechensbeihilfe

    Wo immer in Europa Menschen in die Vernichtungs- und Zwangslager, in Sklavenarbeit und Gefangenschaft deportiert wurden, hatte sich "Schenker" mit der staatlichen deutschen Bahn die Arbeit und den kriminellen Profit geteilt: In großem Stil, mit tausenden Lastwagen, räumte "Schenker" Wohnungen, Museen, Synagogen oder Industriekomplexe in den besetzten Ländern leer und ließ die Hinterlassenschaften mit der Bahn nach Deutschland transportieren.
    "Schenker" leistete unmittelbare Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschheit. Ohne "Schenker" und das deutsche Bahnwesen wären die Enteignung und Vernichtung ganzer Bevölkerungsgruppen, insbesondere der europäischen Juden, in dem getätigten Umfang unmöglich gewesen.

    Kriminelle Instrumente

    Die heutige DB-Gruppe und damit auch DB Schenker weigern sich seit über einem Jahrzehnt, den Forderungen der deutschen Zivilgesellschaft und zahlreicher Überlebender nach Kompensation für die Verbrechensbeihilfe zu entsprechen. Mit juristischen Spitzfindigkeiten, die die wehrlosen, in Auschwitz gebliebenen Opfer verhöhnen, will der Eigentümer der DB-Gruppe, der deutsche Staat, seinen Schulden entgehen.
    Damit wiederholt Deutschland, was es bereits nach dem Ersten Weltkrieg versuchte - den Zugriff der Gläubiger auf "Schenker" und auf die erforderlichen Reparationen auf jeden Fall zu verhindern. Damals tat Berlin alles, um die Opfer über die Verpflichtungen der deutschen Bahn und von "Schenker"zu täuschen.
    Damals war Berlin erfolgreich und nutzte das internationale Appeasement, um nach der Weltmacht zu greifen. "Schenker" und die deutsche Bahn wurden zu kriminellen Instrumenten dieser Politik.

    1. Teil

    Betrug

    Als "Schenker" 1931 der staatlichen "Reichsbahn" angegliedert wurde, wollte Berlin vor der internationalen Öffentlichkeit verschleiern, dass es über genügend Geld für den Ankauf der Privatfirma "Schenker" verfügte - Geld, das eigentlich an die Gläubiger des Ersten Weltkriegs zurückgezahlt werden musste. Die Transaktion behandelte Berlin als Geheimsache, um seine Gegner hinters Licht zu führen: Gläubigerbetrug. Nicht der Schuldenabtrag aus dem Kaiserreich und dessen Opfer interessierten. Erneut wollte Deutschland in ganz Europa expandieren. "Schenker" fiel die logistische Aufgabe zu, "den (europäischen) Verkehr an seinen Quellen zu erfassen" und "ihm die gewünschte Richtung" zu geben.5

    Bis 1935 und damit schon in den ersten Jahren des NS-Regimes verfügte das Staatsunternehmen "Schenker" über 70 europäische Firmen und 200 Niederlassungen in 19 europäischen Ländern. Hinzu kamen Ausgründungen in den USA, wo "Schenker u. Co. Incorporated New York" sowie die "Continental Shipping Company" tätig waren. In Großbritannien steuerte die deutsche Zentrale "Schenker's Ltd, London" und die "Northern Shipping and Packing Co. Ltd.".

    Täuschung
    Nach außen gehörten diese Firmen einer Schweizer Holding - Berlin befürchtete Geschäftsnachteile und Beschlagnahmungen wegen der ausstehenden Reparationen. Die wirtschaftliche und politische Expansion Deutschlands durfte international nicht zu auffällig werden, denn Ängste vor einem deutschen Europa gingen spätestens seit Mitte der 1930er Jahre um. Mit der Holding AG in Zürich kostümierte Berlin seine Ambitionen und gab "Schenker" "den Status eines internationalen Unternehmens mit Sitz in einem neutralen Staat."6 Den Gläubigerbetrug ergänzte Schenker durch bewusste Täuschungsmanöver.
    Den Geschäftspartnern in den Ländern Ost- und Südosteuropas wurde vorgegaukelt, sie hätten es mit einer Firma in Wien zu tun, die 1872 von dem Schweizer Staatsbürger Schenker gegründet worden sei. Mit diesem Namensursprung, der keine Lüge ist, aber mit der tatsächlichen Kontrolle durch den deutschen Staat nicht das geringste zu tun hat, operiert der Deutsche Bahn-Konzern auch heute7, auch in den USA8.

    Spionage
    Kaum expandiert, benutzte Berlin das bei der Bahn eingestellte "Schenker"-Unternehmen als wirtschaftliche Waffe für die politischen Ambitionen des deutschen Staates. In Warschau sah sich die polnische Regierung veranlasst, "Schenker" die Zollkonzession zu entziehen. "Schenker" schien einen "Wirtschaftskrieg"9 zu führen und wurde außerdem der Spionage verdächtigt. Ähnliche Vermutungen hegte man in Prag, wo die sozialdemokratische Zeitung "Rudé právo" den Vorwurf erhob, "Schenker" schmiere tschechische Politiker und sei "eine Spionagezentrale für das nationalsozialistische Deutschland"10. In Österreich wurde "Schenker" "ganz offen als 'fünfte Kolonne des Deutschen Reiches'"11 bezeichnet.

    "Entjudung"
    Mit einem radikalen Programm rassistischer Verfolgung ging "Schenkers" Führungsriege gegen die eigenen Mitarbeiter vor - eine Generalprobe für die antisemitischen Verbrechen, an denen sich die arisierte Belegschaft in den Folgejahren selbst beteiligte. Bei "Schenker" regierte die SS. Im Überwachungsausschuss, einem betrieblichen Kontrollorgan unter Ägide der Bahn, sorgte Edmund Veesenmayer für die Einhaltung eines "Arisierungsprogramms"12.

    Bis 1941 wurden allein in den Auslandsfilialen 464 Mitarbeiter entlassen, weil sie Juden waren. Jüdischen Deutschen, die dem Verfolgungsdruck vor 1939 entgehen und mit ihrem Hausrat emigrieren konnten, untersagte das Speditionsunternehmen die Mitnahme von Wertsachen. Handelte es sich um Hausrat aus Silber, waren "lediglich je zwei Löffel, Gabeln, Messer" erlaubt, "wobei die Einzelstücke nicht mehr als 40 Gramm" wiegen durften13.

    Boykott
    Der antisemitische Rassismus, den "Schenker" im Verbund mit der deutschen Bahn auch in seine europäischen Filialen exportierte, forderte zu Protesten heraus. In Großbritannien wurden Aufrufe zum Boykott des Unternehmens laut. Die "Schenker"-Niederlassung in der Londoner Queen's Road brannte unter ungeklärten Umständen aus. "Schenkers" Geschäftsbericht vermerkt 1938 Gewinneinbrüche, auch in Ungarn und Rumänien, weil einheimische Kunden "Schenker" zu meiden begannen. Die Spedition galt jetzt nicht nur als rücksichtsloser Wirtschaftskonkurrent bei der "Neuordnung" Europas. "Schenker" war auch an den rechtsradikalen "Säuberungen" beteiligt, die den deutschen Größenwahn begleiteten und den SS-Mann Veesenmayer im Überwachungsausschuss von "Schenker" gegen Juden wüten ließen.

    Krieg
    Der zivile "Schenker"-Mantel half Veesenmayer bei der Unterminierung des Kontinents. Im August 1939 befand er sich in Danzig, wo er im Schatten der "Schenker"-Filiale als "Agent provocateur die deutsch-polnischen Spannungen" anheizte"14, Anschließend wurde er "mit der Planung von Geheimunternehmungen beauftragt, um die Iren zu einem Aufstand gegen Großbritannien zu bewegen." Wie zufällig gründete Berlin eine "Schenker"-Niederlassung in der irischen Hauptstadt. Über Dublin sollte der englische Handelsboykott gegen "Schenker" aufgefangen werden. Nach dem deutsch-irischen Komplott tauchte Veesenmayer in Zagreb auf, einer weiteren "Schenker"-Niederlassung, und war an der klandestinen Vorbereitung des Angriffs auf Jugoslawien beteiligt. Bis Ende 1944 behielt Veesenmayer seine Funktion bei "Schenker" bei und arbeitete gleichzeitig für das Auswärtige Amt in Berlin.

    Massenmorde
    Im Juni 1944 meldete Veesenmayer seinen Berliner Dienstherren den "Abtransport" von "insgesamt 289 357 Juden in 92 Zügen" aus Ungarn15. In "je 45 Wagen" der deutschen Bahn, an die "Schenker" seine Gewinne überwies, erreichten die Todgeweihten nach einer mehrtägigen Fahrt Auschwitz. Ihre Ankunft hielt ein SS-Mann in einer Fotoserie fest. Es sind erschütternde Dokumente über die Komplizenschaft mehrerer Mordabteilungen des deutschen Staates, zu denen die Bahn und "Schenker" als Beihelfer gehören. Diese Zusammenhänge werden von DB Schenker heute konsequent beschwiegen, obwohl die Auftraggeber des international führenden DB Schenker-Unternehmens ein Anrecht hätten, über die ethischen Traditionen ihres Dienstleisters informiert und von dessen Schuldenabtrag überzeugt zu werden.

    Der zweite Teil der Expertise von german-foreign-policy.com erscheint am 5. September 2015 auf secarts.org.

    (C): Train of Commemoration. Reg. Civil Org. All rights reserved 2015.

    Bitte lesen Sie auch Dringender Appell. Der Appell kann hier gezeichnet werden.

    Anmerkungen:
    1 A long tradition of passion. DB Schenker in the USA. History. www.dbschenkerusa.com/log-us-en/aboutdbschenker/dbs_in_the_us/history.html. Last modified: 22.08.2014. Zugriff am 12.04.2015.
    2 Report, on microfilm, regarding Schenker and Co. National Archives. Holocaust-Era Assets. Military Agency Records. Records of the Office of Strategic Studies. RG 226/ 13429.
    3 A long tradition of passion. DB Schenker in the USA. History.
    4 Schenker-Geschichte. Teil I: Die Gründung von Schenker in Wien. Teil II: Schenker und die Deutsche Reichsbahn. Teil III: Schenker und die Deutsche Bundesbahn. www.logistics.dbschenker.de/de/konzern/geschichte/themen/schenker_geschichte.html. Letzte Aktualisierung 30.07.2014. Zugriff am 12.04.2015.
    5, 6 Zit. nach: Herbert Matis, Dieter Stiefel: "Grenzenlos". Die Geschichte der internationalen Spedition Schenker 1931 bis 1990, Wien 2002, S.22/ "Unlimited". The History of the International Forwarding Company Schenker 1931 to 1990. Vienna 2002.
    7 Schenker-Geschichte. Teil I: Die Gründung von Schenker in Wien. www.logistics.dbschenker.de/de/konzern/geschichte/themen/schenker_geschichte.html. Letzte Aktualisierung 30.07.2014. Zugriff am 12.04.2015.
    8 A long tradition of passion. DB Schenker in the USA. History. www.dbschenkerusa.com/log-us-en/aboutdbschenker/dbs_in_the_us/history.html. Last modified: 22.08.2014. Zugriff am 12.04.2015.
    9, 10, 11 Zit. nach: Herbert Matis, Dieter Stiefel: "Grenzenlos". S.40 f., S.45.
    12, 13 Ebd., S.46.
    14 Hermann Weiß (Hg.): Personenlexikon 1933-1945. Wien 2003.
    15 Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main 2005.

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