DE
       
 
0
unofficial world wide web avantgarde
Artikel:   versendendruckenkommentieren (3)

Vorbemerkung der Redaktion:
Der folgende Artikel bezieht sich auf einen Text von Andreas Wehr, der auf Theorie und Praxis veröffentlicht wurde. Der Beitrag von Wehr ist hier abrufbar.


Andreas Wehr hat den am 21.3. in der jungen Welt erschienenen Artikel »Formierte GegenaufklĂ€rung« von Sebastian Carlens einer Kritik unterzogen1. Aus ihr geht hervor, dass Wehr nicht im Detail sondern im Grundsatz im Widerspruch zu den dort vorgetragenen Positionen steht. Seine Intervention erfolgt aus »Sorge um den weiteren Weg der Zeitung«. An der Kritik fĂ€llt nun allgemein auf, dass in ihr erstens nur ein bestimmter Teil der AusfĂŒhrungen von Carlens BerĂŒcksichtigung findet, und gegen diesen wiederum zweitens zwar Einspruch erhoben wird, ihm allerdings keine Argumente entgegengesetzt werden. Das ist bedauerlich, die Argumentfreiheit kennzeichnet aber durchgĂ€ngig die Reaktionen derer, die mit der Kritik an den Montagsmahnwachen nicht einverstanden sind.

Der Artikel »Formierte GegenaufklĂ€rung« ist nicht erbaulich, weil es nichts Erbauliches zu berichten gibt. Er ist schonungslose Bestandsaufnahme des gegenwĂ€rtigen erbĂ€rmlichen Zustands der FriedenskrĂ€fte in diesem Land vor dem Hintergrund einer krisenhaften Weltlage und – was aber notgedrungen nur Spekulation bleiben kann – etwaiger Strategiewechsel bestimmter Teile des Monopolkapitals. Diesen Kontext zu ĂŒbersehen, macht die Kritik nicht gerade besser. Erst die Darlegung, dass die Linkspartei so aufgestellt ist, wie sie nun einmal ist, nĂ€mlich drauf und dran, auch die letzte »rote Haltelinie«, die Zustimmung zu KriegseinsĂ€tzen, zu ĂŒberschreiten, lĂ€sst den Rest des Textes verstĂ€ndlich werden. Denn eine konsequent antimilitaristisch ausgerichtete Linkspartei, die zudem fĂ€hig und auch willens wĂ€re, ihre AnhĂ€nger und Sympathisanten unter einheitlichen und klaren Losungen gegen den Krieg zu mobilisieren, die willens und fĂ€hig wĂ€re, sich an die Spitze einer Friedensbewegung zu stellen, wĂŒrde die ganze Tristesse, die hier Gegenstand der Auseinandersetzung ist, vermutlich ĂŒberflĂŒssig machen. Typen mit dem trĂŒben Weltbild der Montagsmahnwachen gĂ€be es dann trotzdem – sie wĂ€ren aber randstĂ€ndige Figuren mit marginalem Einfluss. Erst diese SchwĂ€che, oder anders gesagt, der Opportunismus der Linkspartei, macht die anderen zu einer nennenswerten GrĂ¶ĂŸe, ĂŒber die zu verhandeln zur Ă€rgerlichen Notwendigkeit wird.
Der Ausgangspunkt, von »Neuen Inflationsheiligen« zu sprechen, ist also eine krisenhafte Lage, die lĂ€ngst die rein ökonomischen SphĂ€ren verlassen hat und zu einer politischen Krise, zu einer ReprĂ€sentations- und GlaubwĂŒrdigkeitskrise geworden ist. Der Ausgangspunkt ist nicht minder die Feststellung einer Krise der Linken, die allerdings nun, mehrerer FieberschĂŒbe eingedenk, seit mindestens 25 Jahren anhĂ€lt. Die Begriffswahl »Neue Inflationsheilige« ist, wenngleich provokativ, wohlĂŒberlegt. Sie verweist auf StrukturĂ€hnlichkeiten mit der Weimarer Zeit, ohne diesen Vergleich zu strapazieren, ermöglicht allerdings, was noch wichtiger ist, eine ĂŒbergreifende Bezeichnung fĂŒr die PhĂ€nomene der jĂŒngeren Zeit. Wehr schreibt, im betreffenden Absatz wĂŒrden als »rechte ›Selbstanbieter und -vermarkter‹ in einem Satz ›FĂŒhrer der Montagsmahnwachen und der Pegida-AufmĂ€rsche‹ genannt«. Zudem werde »dann auch JĂŒrgen ElsĂ€sser dazugenommen«. Er schlussfolgert: »Schon diese Gleichsetzung stellt eine Vermengung unterschiedlichster Personen und ZusammenhĂ€nge dar.« Man kann diesem Satz entnehmen, dass diese »Vermengung« in den Augen des Kritikers eine unzulĂ€ssige ist. Warum, erfahren wir nicht.

Ist sie wirklich unzulĂ€ssig? Werden hier wirklich, den betreffenden Kontext mitgedacht, »unterschiedlichste Personen und ZusammenhĂ€nge« in den einen Topf geworfen, in den sie gar nicht gehören? Geht die EinschĂ€tzung, dass es sich um »Selbstanbieter und -vermarkter« handele, wirklich fehl? Gemeinsam ist allen, fĂŒr die im Artikel Jebsen und ElsĂ€sser exemplarisch genannt werden, dass sie sich »scheinradikaler Rhetorik« befleißigen, »zinskritische und pseudo-alternativwirtschaftliche« Theorien verbreiten, dass ihnen die Kategorien rechts und links erklĂ€rtermaßen nichts mehr gelten. Das steht alles im Text, man hĂ€tte es zur Kenntnis nehmen können. Dass dies nicht bloße verleumderische Behauptungen sind, kann nachprĂŒfen, wer sich die MĂŒhe macht, Spaß bereitet es keinen. ElsĂ€sser ist der Wanderprediger, der, in seinen AusfĂŒhrungen angepasst an das jeweilige Format, von den Montagsmahnwachen ĂŒber den Leipziger Pegida-Ableger Legida hin zu Pegada (Patriotische EuropĂ€er gegen die Amerikanisierung des Abendlandes bzw. Endgame (Engagierte Demokraten gegen die Amerikanisierung Europas) getingelt ist. Letztgenannte Bewegung ist denn auch gewissermaßen die ZusammenfĂŒhrung von Teilen der beiden erstgenannten.

Den Weg von A ĂŒber B nach C sind auch andere gegangen. Ein Stephane Pierre Roger Simon war auf der Pegida-Zusammenkunft am 22. Dezember in Dresden der einzige Redner, der »Zugabe«-Rufe erntete. Zuvor war er mehrfach auf Montagsmahnwachen aufgetreten. Kurz nach seinem Auftritt grĂŒndete Simon Pegada/Endgame, die sich zur Verhinderung einer »Amerikanisierung« zum ersten Mal am 24. Januar auf Erfurter Straßen versammelten. Wenige Wochen zuvor, am 9. Januar, hatte Jebsen in einem Text fĂŒr die Webzeitung free21.org geschrieben, Pegida mĂŒsse eigentlich Pegada heißen. Bloßer Zufall?

Bei Pegada/Endgame (zumindest bei den ZusammenkĂŒnften in Halle und Berlin) fand sich unter aller bizarrer Vielfalt denn auch nachweislich das Personal ein, das anfangs schon bei Montagsmahnwachen gesichtet wurde: Faschisten. Leute mit der Reflexionshöhe der – sagen wir – Fikentscher/Neumann von der »Arbeiterfotografie« können sich diese Tatsache nicht anders erklĂ€ren, als durch das zerstörerische Wirken der Geheimdienste, durch die dunklen Machenschaften des US-Imperiums. Dass Faschisten aufgrund der Ausrichtung solche ZusammenkĂŒnfte aus eigenem Antrieb zustimmungswĂŒrdig und anziehend finden könnten, kommt diesen Leuten nicht in den Sinn. Ein Weltbild könnte ins Wanken geraten. Was alle eint, die Arbeiterfotografen eingeschlossen, ist der Hass auf die USA, der im Ruf »Ami go home!« kulminiert. Das schließt die Vorstellung ein, die Bundesrepublik sei kein souverĂ€ner Staat. Im Forderungskatalog von Endgame heißt es unter anderem: »FĂŒr ein stabiles und faires Finanzsystem sowie deutsche Goldreserven auf deutschem Boden!« Und: »FĂŒr ein souverĂ€nes und neutrales Deutschland, FriedensvertrĂ€ge und Abzug der Besatzer!« Wer in einer Zeit, in der dieses Deutschland zum Wehe der anderen halb Europa kontrolliert, mithin so mĂ€chtig sein dĂŒrfte wie selten zuvor, wer in dieser Zeit also einzig die USA ins Visier nimmt, betreibt politische Desorientierung (von den kruden Weltanschauungsgehalten: Zinskritik, Alternativwirtschaft, s.o., einmal ganz abgesehen).

Die Darbietungen der ElsĂ€sser und Jebsen sind allesamt suggestiv, nie argumentativ. Das macht sie der Kritik schwer zugĂ€nglich. Die Vertreter dieser hermetischen Weltsichten, die ganz dem Muster einer schlichten binĂ€ren Logik von ja - nein, gut - böse folgen, dulden nĂ€mlich keine. Kritik ist nach dieser Logik per se ein bösartiger Angriff auf diese Geschlossenheit. Kritiker sind Hetzer. AuffĂ€llig ist allerdings, dass ihre Verteidiger diese Reaktionsweise teilen, ohne Kritik, Argumente und Fakten ĂŒber Personen und Bewegungen, die nachdenklich stimmen sollten, auch nur zu prĂŒfen, geschweige denn zu widerlegen.

Jebsen hat bei seinem Auftritt auf der Berliner Montagsmahnwache am 16.3. etwas gesagt, das in der berechtigten Fokussierung auf seine FeinderklĂ€rung gegen Ditfurth, SchĂ€del und die linke Presse beinahe untergegangen, gleichwohl sehr bezeichnend ist: »Die Schuldigen sind die Medien (...) schaut diesen MĂŒll nicht noch. Das mĂŒsst ihr auch gar nicht. Ich schau' diesen MĂŒll und verarbeite das in ›Me, myself and Medien‹ (Jebsens Internetsendung; D.B.). Das reicht, mehr mĂŒsst ihr gar nicht gucken.« Das ist der Gestus eines Gurus, der den Leuten von der selbsttĂ€tigen Information und Reflexion abrĂ€t. KomplexitĂ€tsreduktion, einfache Antworten, klare Feindbenennung – so lĂ€sst sich das BedĂŒrfnis verunsicherter Massen in Zeiten der Krise in einer unĂŒbersichtlich gewordenen Welt bestimmen. Selbstanbieter und Politunternehmer, Scharlatane und Inflationsheilige wie Jebsen und ElsĂ€sser bedienen dieses BedĂŒrfnis. Man sollte also wissen, mit wem man sich einlĂ€sst2. Im ĂŒbrigen konnte man das im Falle ElsĂ€ssers schon 2009 wissen, als er mit seinem Vorschlag einer Volksinitiative hausieren ging und dabei – wenngleich nicht so formuliert – zwischen (gutem) schaffendem und (schlechten) raffenden Kapital unterschied. Jebsen ist seit seinem Rauswurf beim RBB hĂ€ufiger bei ElsĂ€ssers Compact-Veranstaltungen aufgetreten und hat diesen umgekehrt mehrfach in seine Sendung »KenFM im GesprĂ€ch« geladen. Die beiden kennen sich gut. WĂŒrden ElsĂ€sser oder Jebsen eine Partei grĂŒnden, worauf zur Zeit nichts hindeutet, dann wĂ€re das eine vom Zuschnitt der Freiheitspartei Geert Wilders': Sie wĂ€ren dann das jeweils einzige Mitglied in einem solchen Laden. AnhĂ€nger hĂ€tten sich mit der Rolle zu bescheiden, zuzuhören und hinterher zu laufen.

In der Kenntnis historischer AblĂ€ufe unternimmt Carlens den Versuch einer Einordnung und Funktionsbestimmung dieser neuen »Inflationsheiligen« und schreibt, was Wehr ganz und gar gegen den Strich geht: »Die geschickteren unter ihnen sammeln genug Anhang, um irgendwann eine Bewegung herauszubilden, die schließlich als Kraft der Straße nicht mehr ĂŒbergangen werden (...) kann. Einen solchen Alternativplan könnte das Kapital gebrauchen, und sei es zur Erpressung der WerktĂ€tigen in LohnkĂ€mpfen. Den im Parlament gebundenen KrĂ€ften wird die eigene Ohnmacht und stete Abrufbarkeit so fortwĂ€hrend vor Augen gefĂŒhrt.« Wehr zufolge kann dieser Abschnitt nur so verstanden werden, dass es sich um »faschistische Bewegungen in spe« handele. Und das könne ja mit Blick auf Jebsen und auch ElsĂ€sser wohl »nur als eine analytische Fehlleistung angesehen werden. Auf diese Weise soll ganz offenkundig eine sachliche und inhaltliche Auseinandersetzung der Linken mit den Positionen von Ken Jebsen und anderen Vertretern der ›Montagsmahnwachen‹ von vornherein unterbunden werden.«

Von faschistischer Bewegung steht im Text nichts, wenngleich man es so lesen kann, das stimmt. Das aber in erster Linie deshalb, weil vieles mutatis mutandis an die VorgĂ€nge der Weimarer Zeit erinnert. Das wird in der entsprechenden Passage plausibel herausgearbeitet, vor allen Dingen deshalb, weil hier auch die Klassenfrage gestellt wird. In welchem Klasseninteresse soll eine irrationalistische (Massen-) Bewegung mit den entsprechenden Demagogen an der Spitze liegen? Man ahnt es. Also wirklich eine »analytische Fehlleistung«? Mitnichten. Die vorgenommene Einordnung und Funktionsbestimmung verhindert eben nicht von vornherein »eine sachliche und inhaltliche Auseinandersetzung«, sie ist vielmehr (notwendiger) Teil von ihr – was auch immer in diesem Zusammenhang »sachlich« heißen mag. (Denn die Aufforderung, »sachlich« zu sein, unterstellt immer, man sei bisher ausschließlich mit den Mitteln der »Pauschalisierung und Diffamierung« (Doris Pumphrey) zu Werke gegangen. Wo und an welcher Stelle das geschehen sein soll, wird dabei nie gesagt, eine Widerlegung des Vorgebrachten erfolgt nie.)

In der Folge wird in dem Artikel eine Reihe von Fakten und Argumenten angefĂŒhrt, die mindestens skeptisch stimmen sollten. Eine ernstzunehmende Kritik an diesem Text hĂ€tte sich mit ihnen auseinanderzusetzen, mĂŒsste sie als falsch, nicht kritikwĂŒrdig oder unbedeutend zurĂŒckweisen. Das geschieht bei Wehr nicht. Umgekehrt stellt sich die Frage, was nun fĂŒr Jebsen und Co spricht. Man erfĂ€hrt es nicht – und wird den Verdacht nicht los, dass es einzig darum gehen soll, die Bewegung zu verbreitern. Ein BĂŒndnis mit dem Irrationalismus aus Sehnsucht nach wieder zu erlangender GrĂ¶ĂŸe und StĂ€rke im Angesicht von Kleinheit und SchwĂ€che?

Â»Ăœber kĂŒnftige Formen der Zusammenarbeit mĂŒssen wir uns sicher im weiteren den Kopf zerbrechen – aber jetzt geht es um die Aktion«, zitiert Carlens Wolfgang Gehrke und fragt: »Also Bewegung um jeden Preis, zurĂŒckschauen spĂ€ter?« Er schlussfolgert mit Verweis auf die problematischen Inhalte bei den Montagsmahnwachen: »Das könnte ein gefĂ€hrlicher Kurs sein …« Hier spricht also die ernstgemeinte Sorge um die richtige Strategie und Taktik in der BĂŒndnispolitik. Um so mehr muss daher verwundern, dass Wehr in einer nicht anders als abenteuerlich zu nennenden Konstruktion unterstellt, Carlens komme es auf eine »Denunziation« Gehrkes und auch Dehms an: Weil beide willentlich und wissentlich mit dem (so verstandenen) Protofaschisten Jebsen paktierten, der besonders gefĂ€hrlich sei (was nirgendwo im Text steht). Nicht Denunziation wird hier betrieben, sondern Kritik an einer als falsch und womöglich verhĂ€ngnisvoll eingeschĂ€tzten Politik, fĂŒr die die Genannten nun einmal stehen.
Nicht minder merkwĂŒrdig ist der Vorwurf, Carlens und die junge Welt entzögen »den Aktivisten der Friedensbewegung ihre SolidaritĂ€t, wenn sie leugnen, dass sie ĂŒberhaupt existiert, bzw. wenn sie behaupten, dass ihr der Anhang fehlt«. Das erstaunt und mutet selbst wie RealitĂ€tsverleugnung an. Entziehe ich der DKP die SolidaritĂ€t, wenn ich sage, dass sie nicht die GrĂ¶ĂŸe und StĂ€rke der KPD der 20er Jahre aufweist? Die Feststellung mag schmerzlich sein, zutreffend ist sie allemal. Am Zustand der FriedenskrĂ€fte in diesem Land gibt es nichts zu beschönigen. Es zu tun, wĂ€re alles andere als solidarisch. Eine Bewegung im engeren Wortsinne bilden diese KrĂ€fte nicht mehr.
Im Wort Bewegung, verstanden im politischen Sinne, steckt Dynamik und KontinuitĂ€t und – eine MindestgrĂ¶ĂŸe der Teilnehmenden. All das gibt es bei den RevolutionĂ€ren lĂ€ngst nicht. Und tatsĂ€chlich muss man mangelnde sprachliche PrĂ€zision dort konstatieren, wo im Text von »revolutionĂ€rer Bewegung« die Rede ist. Es ist aber ein MissverstĂ€ndnis zu meinen, wie Wehr das tut, Carlens ginge es darum, dass »an die Stelle der Friedensbewegung« »›die organisierte revolutionĂ€re Bewegung‹ treten« solle. Das steht da nicht. Gemeint ist etwas anderes – womit die ArgumentationsfĂŒhrung des Artikels an ihren Ausgangspunkt zurĂŒckkehrt. Das Argument an dieser Stelle enthĂ€lt die Annahme eines keineswegs unwahrscheinlichen Scheiterns der Linkspartei an ihrer Rolle als ernsthafte oppositionelle Kraft. Wenn das der Fall sein wird, nĂ€mlich zu dem Zeitpunkt, an dem sie dem ersten MilitĂ€reinsatz zustimmen wird, wird es darauf ankommen, die verbliebenen revolutionĂ€ren KrĂ€fte (verschiedener organisatorischer Provenienz) zu sammeln und zu bĂŒndeln. Das ist die Botschaft dieses Schlussabsatzes. Sie steht in keiner Weise im Widerspruch zur Notwendigkeit einer breiten und starken Friedensbewegung. Dieser muss aber ein hohes Maß ein Klarheit und Vernunft eignen. Dazu bedarf es der RevolutionĂ€re.


Anmerkung:

1 Die Themaseite "Formierte GegenaufklÀrung" in der jungen Welt erschien am 21. MÀrz 2015 und ist u. a. hier abrufbar.
2 vergl. hierzu: "Zum Fall ElsÀsser: Der Wanderprediger des Burgfriedens" von Sebastian Carlens, Theorie und Praxis Nr. 18, 24.08.2009



 
Creative Commons CC BY-NC-ND 4.0
Inhalt (Text, keine Bilder und Medien) als Creative Commons lizensiert (Namensnennung [Link] - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen), Verbreitung erwünscht. Weitere Infos.
 


 
Kommentare anzeigen: absteigend   aufsteigend
  Kommentar zum Artikel von Rainer:
Freitag, 12.06.2015 - 17:57

Es wird ja immer besser je tiefer man sich durch google grÀbt:

- Freidenker-Hartmann hat seinen Riemen ebenfalls abgegeben ,fleissig von "kommunisten-online" unter dem "Roten Webmaster" GĂƒÂŒnther Ackermann verbreitet (!) Link ...jetzt anmelden! [externer link]

- Und aus demselben Stall: Doris PÃÂșmphrey schwelgt in einem im Berliner MEZ gehaltenen Referat in Kaltekriegs-nostalgie : Link ...jetzt anmelden! [ externer link]

...Das "MEZ" ist (komische ZufÀlle gibts) die Spielwiese von Andreas Wehr ,der das gegrĂƒÂŒndet hat (und besitzt?).

Aber mittlerweile ist es ja auch frĂƒÂŒhlingshafter geworden um den Friedenswinter. Der ist soweit ich weiß auch offiziell beendet worden ? Über Nachfolgeprojekte (abgesehen von den lokalen Resten der montÀglichen MahnwÀchtler) ist mir nix bekannt. Beim großen "bundesweiten Koordinmierungstreffen" der Mahnwachen in Kassel kamen vielleicht noch 250 LEute zusammen. Da hat dann auch Rainer Rupp sein BĂƒÂŒttenrednertalent entdeckt: Link ...jetzt anmelden! [externer link]

Könnte es sein dass da eine Riege Àlterer antiimperialistisch-sozialdemokratisch-patriotisch gesinnter Herren erst dann auf das PhÀnomen aufmerksam geworden ist,als es schon wieder vorbei war ?


  Kommentar zum Artikel von retmarut:
Freitag, 12.06.2015 - 14:44

Passend dazu auch noch das Statement (Offener Brief) von Rainer Rupp, gerichtet an die jW:
http://tv-orange.de/2015/04/ein-offener-brief-an-die-redaktion-der-junge-welt-von-rainer-rupp/

Schade, dass die jW diesen nicht veröffentlicht hat, weil daraus meiner Meinung nach klar ersichtlich wird, auf welchen hölzernen Pfaden Gen. Rupp so wandert.

Letztlich hat die ganze Auseinandersetzung doch als Kern, in welcher Welt wir derzeit leben und welchen Charakter der deutsche Imperialismus hat. FĂƒÂŒr Leutchen wie Rupp ist der Hauptfeind ganz offenkundig der US-Imperialismus, dafĂƒÂŒr zieht man dann auch mit rechtem Gesocks in den "Friedenswinter" und imaginiert sich eine neue Friedensbewegung. Dass man sich damit allerlei Nazis und Querfrontler ins Boot holt, will man ob der gemeinsamen Front gegen das US-Kapital nicht wahrhaben bzw. nimmt es billigend in Kauf. Wahrhaben will man wohl auch nicht, dass diese querfrontlerischen Gruppierungen gezielt Teile der linken Bewegung fĂƒÂŒr ihre eigenen Interessen aushöhlen und bruchreif schießen. Und am wenigsten kommt ihnen in den Sinn, dass sie mit ihrem Verhalten letztlich dem deutschen Imperialismus, der ganz eigene Interessen verfolgt, mal im BĂƒÂŒndnis mit, mal in Abgrenzung und Konkurrenz zu den USA, den Weg ebnen.

Dass Rupp, Dehm etc. den deutschen Imperialismus kleinreden oder als Wurmfortsatz des US-Imperialismus betrachten, ist nichts Neues. Erschreckend ist eigentlich, wie auch einige Gen., die bisher eine Orientierung auf den deutschen Imperialismus als unseren hiesigen Hauptfeind eingenommen hatten, im jetzigen Praxistest ins Wanken geraten, herumlavieren oder irrlichtern.

Das erinnert mich ein wenig an die frĂƒÂŒhen Stadien der Gewerkschaftsbewegung. Die Gewerkschaften fingen bekanntlich (zuerst in England, dann in Frankreich und andernorts) damit an, dass sich Kollegen erst einmal nur in ihrem Betrieb organisierten. In dieser Phase gelang es immer wieder mal einigen pfiffigen Kapitalisten, die unerfahrenen rein betrieblichen Gewerkschaftsstrukturen erfolgreich gegen den kapital. Konkurrenten zu hetzen ("Euch Arbeitern geht es so schlecht, weil das Konkurrenzunternehmen bessere Maschinen einsetzt/ billige Iren arbeiten lÀsst/ unsere traditionellen ArbeitsablÀufe untergrÀbt ...!"). Ergebnis: Dem Konkurrenten wurden die Maschinen zertrĂƒÂŒmmert, die Rohstofflager in Brand gesetzt oder die armen ausgebeuteten Arbeitskollegen verprĂƒÂŒgelt. - Das kann man eine Zeit lang machen, bis man sieht, dass man vom eigenen Kapitalisten nach Strich und Faden verarscht wurde.
Heute kann man sich wie Rupp, Gehrcke, Dehm, Hartmann usw. mit wehenden Fahnen gegen den US-Imperialismus (im Sinne eines Evil of the world) stellen und eine "fehlende SouverÀnitÀt" Deutschlands herbeifabulieren. Freuen wird das den deutschen Imperialismus, das deutsche Monopolkapital, in dessen Sinne man dann objektiv agiert und dem natĂƒÂŒrlich jeder Protest gegen US-Konkurrenten tausendmal lieber ist als gegen die eigenen Machenschaften. In der Zwischenzeit wird die deutsche Hegemonie in Europa ausgebaut und die deutsche KriegsfÀhigkeit weiter ausgebaut. Es ist ja auch immer bequemer, Feinde weit entfernt zu verdammen, statt den leibhaftigen, tagtÀglichen Feind vor der HaustĂƒÂŒr (bzw. im eigenen Land) anzugreifen.



  Kommentar zum Artikel von Rainer:
Freitag, 12.06.2015 - 10:47

Den Wehr haben gleich auch ganz andere aufgegriffen :

Die Nazis von "Sache des Volkes" zb. , das sind so uberbleibsel vom einstigen "KdS " : Link ...jetzt anmelden! [externer link]

Oder dieser provokatorische Blog der immer wieder versucht ĂƒÂŒber persönliche Denunziation und bizarre Konstruktionen von irgendwelchen Querverbindungen Verwirrung zu stiften.: Link ...jetzt anmelden! [externer link]

Letzt fehlt eigentlich nur noch Reporterkarrikatur Martin Lejeune