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    „So durchgeknallt ist das Programm der Linken“, meldete BILD Ende Oktober 2011. Und so geht es seit über zwanzig Jahren – eine Kampagne reiht sich an die andere, von BILD bis Bundestag reicht die vereinigte Kampffront gegen die Linkspartei. Eine der bösartigsten – an die antifaschistische Substanz der Partei rührende – war die Kampagne zum angeblichen „Antisemitismus“ der Partei DIE LINKE, die im Mai des Jahres 2011 gestartet wurde. Als Vorwand dienten einzelne Vorfälle in westdeutschen Landesverbänden, die auch innerhalb der Linkspartei umstritten waren.

    Doch die zur Schau gestellte Empörung der Biedermänner in den staatstragenden Parteien, der Meinungsbildner, die dafür Sorge zu tragen haben, dass die herrschende Meinung auch die Meinung der Herrschenden bleibt, inklusive all der antisemitischen und anderen rassistischen Untertöne, hat nichts mit den ernsthaften Fragen und Diskussionen unter Antifaschisten zu tun. Jene bundesdeutsche Expertenriege aus Rundfunk, Presse, Fernsehen und anderen Organen der deutschen Wirtschaft, die mehr als gut leben konnte mit diesem von alten Nazis aufgebauten und durchsetzten Staat BRD - die soll sich nun ernsthaft an ihrer Meinung nach antisemitischen Vorfällen stoßen? Im bundesdeutschen Stall der Daimler, BASF, Siemens, Deutsche Bank …, in dem man schon wie Globke die Rassegesetze des faschistischen deutschen Reiches höchst persönlich kommentiert haben musste, um die zweite Hand des Bundeskanzlers Adenauer zu werden, hat man zu diesem Thema, völlig unabhängig davon, was an den Vorwürfen nun stimmt oder nicht, mit Sicherheit ein dickeres Fell bekommen.

    In diesem Staat, wo noch der letzte Naziverbrecher in Friede und Rentenglück eines natürlichen Todes statt durch ein Todesurteil sterben durfte; der heute der italienischen Justiz den bundesdeutschen Stinkefinger zeigt, wenn sie um die Auslieferung deutscher Faschisten und Kriegsverbrecher anfragt - dort hat man sich den Pelz nie nass gemacht mit Entnazifizierung, Entmilitarisierung und all den anderen Schutzmaßnahmen des Potsdamer Abkommens, die dafür sorgen sollten, dass aus „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“ keine bloße Phrase wird. Alles Vergangenheit, die nichts mehr mit heute zu tun hat?

    Was ist dann mit den Mölle- und Hohmännern samt ihren Günzels und Sarrazins und all den anderen bundesdeutschen Staatsleuten und Antisemiten von Gottes Gnaden, die die westdeutsche Journaille höchstens mal ein Sommerloch lang beschäftigten? Die keine Kampagne gegen die doch ach so ehrenwerten Parteien CDU/CSU oder FDP zur Folge hatten, scheinbar keine aktuelle Stunde im Bundestag notwendig machten? Nicht zu vergessen die Walsers der westdeutschen Hochkultur und auch nicht die 1000 geladenen Gäste mit Rang und Namen damals (1998) in der Paulskirche. Taten diese denn etwa ihre Empörung kund, als Walser von einer „Instrumentalisierung der Schande“ sprach und Auschwitz als „Moralkeule“ bezeichnete? Nein, sie klatschten alle – bis auf Herrn Bubis und seine Frau. Warum also dieses Geschrei, diese vorgespielte Empörung gegen Antisemitismus, obendrauf mit Bundestagsdebatte usw.? Worum geht es in dieser Komödie vom „Reich des Bösen“ in der LINKEN und den ehrbaren bundesdeutschen Rittern wider den „linken Antisemitismus“?

    Die Antwort ist so einfach wie langsam schon öde und ermüdend, die Leiche DDR ist wieder auf dem allseits beliebten Fleddertisch. Denn es muss dabei bleiben: Alles was aus der SED geworden ist und wird, darf nicht ankommen im Westen, weil es für die DDR steht, der größten antifaschistischen Frechheit, die man sich in der glorreichen Geschichte deutscher Nation je geleistet hat; den ersten sozialistischen Staat auf deutschem Boden, der dem deutschen Imperialismus jahrzehntelang Schranken gesetzt hat.

    Zur DDR nur so viel, sie braucht keinen Applaus:

    Begleitet von Siegen und Niederlagen kam es in der SBZ mit der Deutschen Demokratischen Republik zu einem Zustand, der noch viel zu wünschen übrig ließ, fehlerhaft war und in dem Wunder weiterhin nicht zu realisieren waren, jedoch Auschwitz und Ähnliches unmöglich machte! Ein Zustand, dessen Grundlage die Enteignung der Banken und Kriegsverbrecherkonzerne war, der vom 8. Mai 1945 bis zum 3. Oktober 1990 dauerte und als die längste Friedensperiode Europas in die Geschichte einging und die bestmöglichste Plattform für die Bekämpfung des deutschen Antisemitismus darstellte.

    Zur Außenpolitik der DDR gegenüber dem Staat Israel gibt es unter Antifaschisten und Kommunisten gegensätzliche Ansichten. Sie sind untereinander zu diskutieren, aber bestimmt nicht mit „Gesprächpartnern“ wie der Bundesregierung oder anderen antikommunistischen Vereinen. Wenn es aber um diesen kostbaren Zustand geht, der Auschwitz unmöglich macht, ist diese Frage irrelevant.

    Hiermit erklären wir uns mit den Genossen der Partei DIE LINKE solidarisch und treten jedem Versuch des deutschen Imperialismus entgegen, sich durch antikommunistische und gegen den antifaschistischen Kampf gerichtete Geschichtsklitterung die mit dem Blut der Millionen Opfer zweier Weltkriege und der Menschenasche der Shoa besudelte Weste weiß zu waschen. Unsere Losung im Kampf gegen den deutschen Antisemitismus lautet Seite an Seite mit den Genossen der Linkspartei und allen anderen fortschrittlichen Kräften gestern, heute, morgen:

    Der Hauptfeind steht im eigenen Land und heißt deutscher Imperialismus!


    KAZ-Fraktion „Für Dialektik in Organisationsfragen“

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