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Verärgert zeigte sich die ver.di Verhandlungskommission für die 330 000 Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel über das unzureichende Angebot des bayerischen Arbeitgeberverbandes. Nach drei Nullmonaten sollen die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr erhalten. Das entspricht 1,1 Prozent mehr im Volumen. Das bedeutet, bei einer statistisch zu erwartenden Preissteigerung von 2,5 Prozent, Reallohnverluste von knapp 1,5 Prozent in diesem Jahr. Jetzt drohen Warnstreik- und Streikaktionen in den Betrieben.

"Obwohl die Konzerne und Unternehmen im Handel hervorragende Gewinne gemacht haben, wollen die Manager die außergewöhnlichen Leistungen der Beschäftigten im Handel nicht honorieren", kommentierte Hubert Thiermeyer, Verhandlungsführer von ver.di, das Angebot der Arbeitgeber. "Wir haben den Eindruck als wollten die Konzerne ihre Gewinne nicht nur über Personalabbau und Leistungsverdichtung, sondern jetzt auch noch über Reallohnverluste weiter steigern", so Thiermeyer.

Verärgerung löste bei den Gewerkschaftern auch die Tatsache aus, dass bereits am 9. März ein gleichlautendes Angebot in Hessen abgegeben wurde und seitdem keine Tarifverhandlung in den anderen Landesbezirken zu einem besseren Angebot geführt hatte.

"Wir lassen die Wertschätzung und notwendigen Entgelterhöhungen nicht auf die lange Bank schieben. Jetzt werden die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben zu Wort kommen", ergänzte Thiermeyer und kündigte bereits für diese und nächste Woche Warnstreik- und Streikaktionen an.

Nach Beschäftigtenbefragungen, an der sich über 3 000 Beschäftigte des bayerischen Einzelhandels beteiligt haben, hat die Große Tarifkommission am 15. März folgende Forderungen für den bayerischen Einzel- und Versandhandels beschlossen:
  • die Erhöhung der Tabellen für die Löhne und Gehälter um 6 Prozent, mindestens jedoch um 120 Euro im Monat,
  • die Erhöhung der Tabellen für die Auszubildenden um 60 Euro im Monat,
  • die Abschaffung der diskriminierenden Ortsklassenabschläge,
  • Stopp dem Missbrauch von Leiharbeit,
  • eine Laufzeit des neuen Tarifvertrages von 12 Monaten.

Die nächsten Tarifverhandlungen finden am 20. Mai in München statt.