DE
       
 
0
unofficial world wide web avantgarde
Artikel:   versendendruckenkommentieren
Von Ivan

Am 30. Januar 1933 kam auf Geheiß maßgeblicher Kreise aus Kapital und Großgrundbesitz ein gewisser Adolf Hitler in das Amt des Reichskanzlers. Die Zeiten waren schwierig aus Sicht des Kapitals : "Wir erkennen in der nationalen Bewegung, die durch unser Volk geht, den verheißungsvollen Beginn einer Zeit, die durch Überwindung des Klassengegensatzes die unerlässliche Grundlage für einen Wiederaufstieg der deutschen Wirtschaft erst schafft. Wir wissen, dass dieser Aufstieg noch viele Opfer erfordert. Wir glauben, dass diese Opfer nur dann willig gebracht werden können, wenn die größte Gruppe dieser nationalen Bewegung an der Regierung beteiligt wird"1

Großbildansicht stalingrad2.jpg (64.6 KB)
Großbildansicht stalingrad2.jpg (64.6 KB)
10 Jahre Machtübertragung.
Die Machtübertragung erfolgte durch Reichspräsident Hindenburg durch Übergabe einer Urkunde an den o.g. mit Handschlag am 30. Januar 1933. Somit ist der Mythos von der "Machtergreifung" widerlegt, die sogenannte "nationale Revolution" der Faschisten war eine vom Kapital inszenierte Auswechslung des Reichskanzlers.
Es entfaltete sich nun die brutalste Diktatur, die ein kapitalistischer Staat, ja sogar ein jedweder Staat in der Geschichte der Menschheit zuwege brachte.

1000 Jahre sollte das Reich bestehen. Doch genau nach zehn Jahren, am 30. Januar 1943, kam die faschistische Weltoffensive in der Sowjetunion zum Stehen. So ist in einem Geheimbericht der SS vom 28. Januar folgendes zu lesen: "Unter dem Eindruck, dass das Schicksal der 6. Armee in Stalingrad bereits besiegelt sei, und in der Sorge um die weitere Entwicklung der Kriegslage ist das ganze Volk z.Z. bis ins tiefste aufgewühlt. ...Besonders erörtert, und zwar vielfach mit ausgesprochen kritischem Unterton, wird die Unterschätzung der russischen Kampfkraft, durch welche jetzt schon zum zweiten Male eine schwere Krise ausgelöst worden sein."2

Nun ja, eine faschistische Großmacht, die zur sich zur Herrenrasse erklärt, ihre Herrschaft auf Rassismus, Antisemitismus, Folter, Vernichtungskrieg, und Massenhinrichtungen stützt, unterschätzt in ihrer Arroganz eben zwangsläufig die Kraft der Sowjetvölker, deren Herrschaftsprinzipien Solidarität und Internationalismus sind.

Während offiziell der Völkische Beobachter schwadroniert, dass "die Kämpfer der 6. Armee ich mit übermenschlicher Anstrengung mit ihren rumänischen und kroatischen Kameraden wehren und ein lecuhtendes Vorbild ruhmreichsten deutschen Soldatentums darstellten"3, zeichnet ein sowjetischer Kriegsberichtserstatter ein ganz anderes Bild aus jenen Tagen um den 30. Januar: "Eine charakteristische Begebenheit: Eine Feldküche kam mit heißem Essen zu den Stellungen einer vorgeschobenen Einheit. Die Rotarmisten begannen zu essen. Die Deutschen rochen in ihren Gräben den Duft der Mahlzeit und krochen eilig heraus. Innerhalb weniger Minuten ergaben sich hier Dutzende, nachdem sie ihre Offiziere erschossen hatten, die sie zurückhalten wollten..."4

Und so endete der 31. Januar 1943 über Stalingrad militärisch: "Am Nachmittag verließen zahlreiche Flugzeuge unserer roten Luftflotte Stalingrad in Paradeformation, um sich zu einer anderen Front zu begeben. Das letzte Geschwader -35 Sturzbomber- bildete einen großen Sowjetstern, während es über die Stadt flog."5
Die nichtfaschistische Welt atmete in diesen Tagen auf. So Churchill an Stalin: "Nehmen Sie bitte meine Glückwünsche zur Kapitulation von Generalfeldmarschall Paulus und zur Niederlage der 6. deutschen Armee entgegen. Das ist wirklich eine große Leistung."6

Wir haben die Geschichte klar vor Augen, und wenn unsere Regierung zeitgleich zu ihrem Antritt verkündet, wir seien im Krieg antworten wir:
Schön, dass ihr es endlich aussprecht, was ihr seit Jahren in Afghanistan wirklich macht. Euer Zu Guttenberg hat Eurem Kabinett die Friedensmissionsmaske heruntergerissen. Aber: die Völker der Welt haben genug von Euren Kriegen und wir wollen nicht mehr als Kundschafter des Krieges durch die Welt ziehen!

Unsere Antwort an diesem 30 Januar:
  • Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!
  • Bundeswehr raus aus aller Welt!
    Bestrafung aller Kriegsbrandstifter in dieser und der ehemaligen Regierung nach Grundgesetz und Internationalem Völkerrecht!
  • Ahndung all derjenigen, die den deutschen Faschismus verherrlichen oder wieder aufrichten wollen!
  • Stoppt die Bundeswehr nicht erst in Stalingrad!



Anmerkungen:
1 Deutsches Zentralarchiv, Potsdam, Büro des Reichspräsidenten. Albert Schreiner: Die Eingabe deutscher Finanzmagnaten, Monopolisten und Junker an Hindenburg für die Berufung Hitlers zum Reichskanzler (November 1932) In: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (Berlin), 1956, H. 2 S.366/367 zitiert nach: Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Bd. 4, S. 600, Berlin 1966.
2 Geheimer Bericht des Sicherheitsdienstes der SS zur innenpolitischen Lage: Nr. 354 vom 28. Januar 1943. Zitiert nach Janusz Piekalkiewicz, Stalingrad, Anatomie einer Schlacht, München, 197, S. 623.
3 Völkischer Beobachter, 27.1.1943, zit. nach Ebd., S. 618
4 Das unrühmliche Ende, Roman Karmen, sowjetischer Kriegsberichtserstatter, ebd. S. 648
5 Sonderverlautbarung des Oberkommandos der Roten Armee, 1.2.1943, ebd.
6 Streng geheime und persönliche Botschaft des Premierministers, Herrn Winston Churchill, an Herrn Stalin. London, 1. Februar 1943. Zit. nach ebd.


 
Creative Commons CC BY-NC-ND 4.0
Inhalt (Text, keine Bilder und Medien) als Creative Commons lizensiert (Namensnennung [Link] - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen), Verbreitung erwünscht. Weitere Infos.